Leseprobe „Tom und Tina – Jagd auf Juwelen“

Leseprobe aus dem zweiten Band „Tom und Tina – Jagd auf Juwelen“

Jagd auf Juwelen

Als Tina die Straße betrat, war Gabi längst nicht mehr zu sehen. In welche Richtung war sie wohl gegangen? Von links waren sie gestern gekommen. Aber sie hatten keine Stadt durchquert. Also musste sie jetzt nach rechts radeln.

Tina trat kräftig in die Pedale. Quietsch, quietsch … Auf einmal kam es dem Mädchen so vor, als hörte man das Geräusch kilometerweit. Ein verräterischer Ton! Da hätte sie gleich mit einem Lautsprecher rufen können: „Hallo! Wir schleichen hinter dir her!“

Der Gedanke war nicht ganz falsch. Als sie um die nächste Biegung fuhr, erblickte sie die junge Frau. Nur 50 Meter vor ihr schlenderte diese die Landstraße entlang. Tina stieg vom Rad und hielt sich im Schatten der Bäume. So konnte sie jederzeit hinter einen Busch springen. Allerdings erwies sich das Fahrrad jetzt eher als hinderlich. Kurz entschlossen schob sie es in dichtes Gestrüpp und versteckte es. Nun konnte sie sich viel freier bewegen!

An einer Kreuzung bog Gabi rechts ab. Tina nahm vier Stöckchen, um sie in Pfadfindermanier als abknickenden Pfeil in dieselbe Richtung zu legen.

Bald erreichten sie die Stadtgrenze. Da es eine kleine Ortschaft war, kamen sie rasch im Zentrum an. Eine alte Kirche stand dort inmitten eines gepflegten Rasenrondells. Zwei Wege kreuzten die Wiese und führten jeweils um das Gotteshaus herum.

Eine Buchsbaumhecke begrenzte den Rasen, während eine gemütliche Straße mit schlichten Geschäften und einstöckigen Wohnhäusern ihn umrundete.

Gabi blickte sich suchend um. Dann zuckte sie unmerklich mit den Schultern. Schließlich steuerte sie auf ein Straßencafé zu. Sie setzte sich so an einen der Außentische, dass sie das Zentrum problemlos überblicken konnte.

Tina nahm sich nun besonders in Acht, um auf keinen Fall entdeckt zu werden. Sie hockte sich hinter ein paar Umzugskartons, die jemand vor einem Haus abgestellt hatte. Es fiel ihr etwas schwer, Gabi zu beobachten und gleichzeitig nach den anderen Ausschau zu halten. Sie gehörte nicht zu denen, die tausend Dinge parallel erledigen können. Da war Tom viel geeigneter … Aber nun hatte sie diese Aufgabe übernommen und wollte sie auch gewissenhaft ausführen. Sie war sich der Verantwortung für ihre Freunde sehr bewusst!

Gabi bestellte sich einen Cappuccino. Langsam und genüsslich schlürfte sie ihn. Sie wirkte wie eine normale Touristin. Italien mit Sonne und Café ließen grüßen. Tina bemerkte, wie jedoch Gabis Augen ständig forschend hin und her blickten. Offensichtlich sollte ihr keine Kleinigkeit entgehen! Adleraugen war nichts dagegen!

Plötzlich erschien Nilgün an der Straßenecke. Wenn nun das Adlerauge sie entdeckte! Tina versuchte, dem Mädchen ein Zeichen zu geben. Doch Nilgün sah sie nicht. Zum Glück verzog sie sich jetzt hinter eine Gartenhecke. Tina nahm ein Steinchen, zielte und schmiss es in die Richtung ihrer Kameradin. Sie hörte einen metallenen Aufprall. Oh, nein! Sie hatte den roten Fiat neben ihrer Freundin getroffen!

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Tom und Tina 2: Jagd auf Juwelen